Bevor Sie auch nur einen Euro in Google Ads stecken, sollten Sie wissen, wonach Ihre Kunden suchen und was diese Suchbegriffe kosten. Genau dafür gibt es den Google Ads Keyword-Planner. Das Werkzeug ist kostenlos, liefert Suchvolumina und Klickpreis-Schätzungen und ist die Grundlage jeder planbaren Kampagne. Diese Anleitung zeigt, wie Sie es richtig einsetzen, ohne sich in Zahlen zu verlieren.
Was der Keyword-Planner kann
Der Keyword-Planner ist ein Werkzeug innerhalb von Google Ads. Er erfüllt zwei Aufgaben: Er findet neue Suchbegriffe zu einem Thema, und er schätzt für jeden Begriff das Suchvolumen sowie den zu erwartenden CPC. Damit beantwortet er die zwei wichtigsten Fragen vor jeder Kampagne: Wie groß ist die Nachfrage, und was kostet ein Klick ungefähr?
Der Planner ist auf bezahlte Werbung ausgelegt, taugt aber auch als grobe Orientierung für die organische Keyword-Recherche. Für eine reine SEO-Recherche haben wir das Vorgehen im Beitrag Keyword-Recherche selbst machen beschrieben.
Eine Einschränkung sollten Sie kennen: Die Zahlen des Planners sind Schätzwerte, keine exakten Messwerte. Google fasst ähnliche Begriffe zusammen und rundet großzügig. Für die Planung reicht das völlig, denn es geht um die Größenordnung und das Verhältnis der Begriffe zueinander, nicht um die zweite Nachkommastelle.
Zugang einrichten
Um den Planner zu nutzen, brauchen Sie ein Google-Ads-Konto. Das ist kostenlos, auch wenn Sie noch keine Anzeige schalten. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Wer noch nie eine Kampagne mit Budget gestartet hat, sieht oft nur grobe Spannen beim Suchvolumen statt exakter Zahlen, etwa “1.000 bis 10.000”. Für die ersten Schätzungen reicht das aus. Genaue Werte schaltet Google erst frei, wenn aktiv Anzeigen laufen.
Im Konto finden Sie das Werkzeug unter “Tools” im Bereich “Planung”. Dort stehen zwei Funktionen zur Wahl: neue Keywords entdecken oder das Volumen für bekannte Begriffe abfragen. Ein Tipp zum Einstieg: Stellen Sie oben rechts den Standort auf Ihre Region ein, etwa auf den Raum Tübingen oder Reutlingen statt auf ganz Deutschland. So sehen Sie die Nachfrage dort, wo Ihre Kunden tatsächlich sitzen, und vermeiden, dass bundesweite Zahlen ein falsches Bild zeichnen.
Neue Suchbegriffe finden
Starten Sie mit der Funktion “Neue Keywords entdecken”. Geben Sie einige Begriffe ein, die Ihr Angebot beschreiben, oder Ihre Website-Adresse. Der Planner liefert daraufhin eine lange Liste verwandter Suchbegriffe samt Volumen und Wettbewerb.
Achten Sie dabei auf folgende Spalten:
- durchschnittliches Suchvolumen pro Monat: zeigt die Nachfrage
- Wettbewerb (niedrig, mittel, hoch): grobe Einschätzung der Konkurrenz im Anzeigenbereich
- Gebot für oberen Anzeigenbereich: die Spanne, die Sie pro Klick einplanen sollten
Übernehmen Sie nicht alles ungefiltert. Sortieren Sie früh aus, was nicht zu Ihrem Angebot passt, und behalten Sie die Begriffe, die echte Kaufabsicht zeigen. Ein häufiger Anfängerfehler ist, jeden vorgeschlagenen Begriff aufzunehmen, weil er irgendwie thematisch verwandt wirkt. Eine kürzere, präzise Liste schlägt eine lange, ungenaue fast immer. Sie behalten so die Kontrolle über das Budget und vermeiden Streuverluste.
Exportieren Sie die brauchbaren Begriffe am besten in eine Tabelle. Dort können Sie sie in Ruhe sortieren, gruppieren und mit eigenen Notizen zur Absicht versehen, bevor Sie sie ins Konto übernehmen.
Suchvolumen richtig deuten
Eine hohe Zahl beim Suchvolumen ist verlockend, aber kein guter Maßstab allein. Breite Begriffe wie “Heizung” haben enormes Volumen, ziehen aber Suchende mit sehr unterschiedlichen Absichten an. Die meisten davon wollen nicht kaufen. Wertvoller sind spezifischere Suchanfragen, sogenannte Long-Tail-Keywords.
“Heizungsbauer Reutlingen Notdienst” hat weniger Volumen als “Heizung”, aber jeder dieser Suchenden hat ein konkretes Problem und sucht aktiv. Genau solche Begriffe machen Kampagnen profitabel, weil die Klicks häufiger zu Anfragen führen und der Wettbewerb oft geringer ist.
Hilfreich ist es, jeden Begriff gedanklich in eine von drei Schubladen zu legen: Sucht jemand nur nach Information, vergleicht er Anbieter, oder will er konkret beauftragen? Für bezahlte Anzeigen sind vor allem die letzten beiden wertvoll. Reine Informationssuchen kosten Klickbudget, bringen aber selten direkt eine Anfrage. Sie eignen sich eher für organische Inhalte als für Anzeigen.
Vom Planner zur fertigen Kampagne
Die Daten aus dem Planner sind die Grundlage, nicht das Ergebnis. Aus den gefundenen Begriffen bilden Sie Gruppen mit ähnlicher Absicht. Jede Gruppe bekommt eigene Anzeigen und eine passende Zielseite. Achten Sie dabei auch auf die Keyword-Match-Types, also darauf, wie genau ein Suchbegriff Ihre Anzeige auslösen soll. Zu breit eingestellt, verbrennen Sie Budget an unpassenden Suchanfragen.
Notieren Sie sich aus dem Planner auch Begriffe, die Sie ausschließen wollen. Wer “Heizung reparieren” bewirbt, will vermutlich nicht für “Heizung selbst reparieren Anleitung” zahlen. Diese ausschließenden Begriffe sind genauso wichtig wie die, auf die Sie bieten.
Behandeln Sie die Keyword-Liste außerdem nicht als einmalige Aufgabe. Nach dem Start liefert Google Ads im Suchbegriffsbericht die tatsächlich eingegebenen Anfragen, über die Ihre Anzeigen ausgelöst wurden. Hier finden Sie laufend neue passende Begriffe, die Sie aufnehmen, und unpassende, die Sie ausschließen sollten. Der Planner liefert die Startaufstellung, die echte Optimierung passiert im laufenden Betrieb anhand realer Daten.
Häufige Fehler
- nur auf das Suchvolumen schauen und die Suchabsicht ignorieren
- Begriffe aus der Vorschau übernehmen, ohne die Spannen kritisch zu prüfen
- breite Hauptbegriffe bewerben statt spezifischer Long-Tail-Suchen
- ausschließende Suchbegriffe komplett vergessen
- die CPC-Schätzungen für bare Münze nehmen, statt sie als grobe Orientierung zu sehen
Die letzten beiden Punkte kosten besonders oft Geld. Eine vollständige Liste typischer Stolpersteine finden Sie im Beitrag Google-Ads-Fehler, die Geld kosten.
Wann sich Unterstützung lohnt
Die Grundzüge des Keyword-Planners haben Sie nach einer Stunde verstanden. Sobald es aber um die saubere Gruppierung, die Auswahl der Match-Types und das Zusammenspiel mit den Zielseiten geht, entscheidet die Erfahrung über Erfolg oder verbranntes Budget. Wer hier einen Fehler macht, merkt es oft erst, wenn das Geld weg ist.
Weitere Beiträge zum Thema sammeln wir im Cluster Google Ads. Die laufende Betreuung von Kampagnen übernehmen wir im Rahmen unserer Leistung Google Ads.
Wenn Sie Ihre Keyword-Liste prüfen lassen oder eine Kampagne für Ihren Betrieb in der Region Neckar-Alb oder im Raum Stuttgart aufsetzen möchten, melden Sie sich über unser Kontaktformular. Wir ordnen Ihre Begriffe ein und zeigen Ihnen, wo das Budget am besten aufgehoben ist.