Eine normale Website-Seite informiert. Eine Landingpage hat genau eine Aufgabe: den Besucher zu einer Handlung zu bewegen, meist zu einer Anfrage. Wenn Sie eine Landingpage erstellen, bauen Sie deshalb keine weitere Unterseite, sondern eine zielgerichtete Verkaufsstrecke. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den Aufbau, von der Zielsetzung bis zum fertigen Test.
Was eine Landingpage von einer Website-Seite unterscheidet
Eine Landingpage ist auf ein einziges Ziel zugeschnitten und blendet alles aus, was davon ablenkt. Während Ihre Startseite zehn Wege gleichzeitig anbietet, kennt eine Landingpage nur einen: die gewünschte Aktion. Oft fehlt sogar das Hauptmenü, damit der Besucher nicht abspringt. Wer für eine bezahlte Anzeige, eine konkrete Kampagne oder ein einzelnes Angebot eine Seite braucht, ist mit einer Landingpage besser bedient als mit einer überfrachteten Standardseite. Wie der grundsätzliche Aufbau aussieht, vertieft unser Beitrag zum Aufbau einer Landingpage, die konvertiert.
Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen
Bevor Sie über Design nachdenken, klären Sie das Ziel. Soll der Besucher anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen oder ein Dokument herunterladen? Es darf nur eines sein. Zwei gleichwertige Ziele halbieren in der Praxis die Wirkung beider.
Definieren Sie anschließend, wer auf die Seite kommt. Über welchen Kanal kommt der Besucher, welches Problem treibt ihn, wie viel weiß er bereits über Ihr Angebot? Eine Seite für Suchende mit konkreter Suchintention braucht andere Worte als eine, die kalten Traffic aus einer Anzeige empfängt.
Schritt 2: Die Struktur planen
Eine Landingpage folgt einer logischen Dramaturgie. Bewährt hat sich diese Reihenfolge von oben nach unten:
- Headline mit klarem Nutzenversprechen
- kurzer Untertitel, der das Versprechen konkretisiert
- der erste Call-to-Action
- das Problem und Ihre Lösung
- konkrete Vorteile statt reiner Funktionen
- Vertrauenselemente wie Referenzen und Bewertungen
- Antworten auf typische Einwände
- der abschließende Call-to-Action
Sie müssen nicht jeden Block verwenden, aber die Reihenfolge sollte stehen: erst Aufmerksamkeit, dann Interesse, dann Vertrauen, dann die Handlung.
Schritt 3: Die Headline schreiben
Die Headline entscheidet in Sekunden, ob jemand bleibt. Sie muss sofort sagen, was der Besucher bekommt und warum es für ihn relevant ist. Vermeiden Sie leere Selbstbeschreibungen wie “Willkommen auf unserer Seite”. Schreiben Sie stattdessen nutzenorientiert: “In 48 Stunden ein verbindliches Angebot für Ihre neue Heizung.”
Eine gute Headline benennt das Ergebnis, nicht die Methode. Der Besucher interessiert sich nicht für Ihre Technik, sondern für das, was er davon hat. Testen Sie mehrere Varianten, denn die Headline ist der Hebel mit der größten Wirkung auf die Conversion-Rate.
Schritt 4: Den Above-the-fold-Bereich gestalten
Der Bereich, den der Besucher ohne Scrollen sieht, ist Ihr Schaufenster. In diesen Above-the-fold-Bereich gehören Headline, ein unterstützendes Bild, der wichtigste Vorteil und der erste Call-to-Action. Wer hier nicht innerhalb weniger Sekunden versteht, worum es geht, scrollt nicht weiter.
Achten Sie auf Ruhe. Ein überladener oberer Bereich erschlägt den Besucher. Ein einzelnes starkes Bild, eine klare Aussage und ein deutlich sichtbarer Button wirken stärker als drei konkurrierende Botschaften. Mehr zu kurzfristig wirksamen Stellschrauben finden Sie in unseren Quick Wins zur Conversion-Optimierung.
Schritt 5: Den Call-to-Action setzen
Der Call-to-Action ist der Punkt, an dem aus einem Besucher eine Anfrage wird. Er braucht eine klare, handlungsorientierte Beschriftung. “Kostenloses Angebot anfordern” schlägt “Absenden” deutlich. Der Button sollte sich farblich abheben und mehrfach auf der Seite auftauchen, ohne aufdringlich zu wirken.
Halten Sie die Hürde niedrig. Ein Formular mit drei Feldern wird häufiger ausgefüllt als eines mit zwölf. Fragen Sie nur ab, was Sie für den ersten Kontakt wirklich brauchen. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Wenn Sie später mehr Informationen benötigen, holen Sie diese im nächsten Schritt ein, nicht direkt im ersten Formular. Der erste Kontakt soll so leicht wie möglich sein.
Schritt 6: Vertrauen aufbauen
Niemand fragt bei einem Fremden an, dem er nicht traut. Vertrauenselemente nehmen diese Hürde. Dazu gehören echte Kundenstimmen, Logos bekannter Auftraggeber, Zertifikate, Bewertungen und konkrete Zahlen aus Ihrer Arbeit. Wichtig ist, dass diese Elemente echt sind. Erfundene Testimonials fliegen schnell auf und beschädigen das Vertrauen mehr, als sie nützen.
Auch Transparenz schafft Vertrauen: ein Impressum, eine erreichbare Telefonnummer und ein Gesicht statt einer anonymen Fassade. Gerade regional, etwa für Kunden aus Stuttgart und der Neckar-Alb, zählt der Eindruck von Nähe und Greifbarkeit.
Schritt 7: Testen und verbessern
Eine Landingpage ist nie fertig. Erst im echten Betrieb zeigt sich, welche Headline, welcher Button und welche Reihenfolge funktionieren. Mit einem A/B-Testing stellen Sie zwei Varianten gegeneinander und lassen die Zahlen entscheiden. Ändern Sie dabei immer nur ein Element, sonst wissen Sie am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat.
Beobachten Sie außerdem, wo Besucher abspringen. Brechen viele direkt nach dem oberen Bereich ab, stimmt das Versprechen nicht. Füllen viele das Formular halb aus und brechen ab, ist es zu lang. Solche Signale sind wertvoller als jede Vermutung und zeigen Ihnen genau, an welcher Stelle die Seite Anfragen verliert.
Häufige Fehler
- mehrere konkurrierende Ziele auf einer Seite unterbringen
- eine schwache, austauschbare Headline ohne konkreten Nutzen
- den Call-to-Action zu spät oder nur einmal platzieren
- zu viele Formularfelder abfragen und damit Anfragen verlieren
- keine echten Vertrauenselemente einbauen
Wer diese Fehler vermeidet, hat schon den Großteil der Wirkung gesichert, bevor die Seite überhaupt online geht.
Fazit: Klar, fokussiert, getestet
Eine gute Landingpage ist kein Designwettbewerb, sondern eine durchdachte Strecke vom ersten Eindruck bis zur Anfrage. Wenn Ziel, Struktur, Headline und Call-to-Action zusammenpassen und Sie regelmäßig testen, wird aus Besuchern messbar mehr Geschäft. Weitere Beiträge rund um dieses Thema finden Sie in unserem Conversion-Blog.
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